Symptome

Ständiges Sodbrennen und Gewichtszunahme

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Patienten, die unter Übergewicht leiden, haben ein deutlich höheres Risiko, von häufigem Sodbrennen betroffen zu sein [1]. Gewichtszunahme kann zu einer Zunahme des Druck innerhalb des Bauchraums führen und so häufiges Sodbrennen auslösen. Auch eineungesunde Ernährung kann sowohl die Ursache einer Gewichtszunahme als auch von zu häufigem Sodbrennen sein. Nimmt der Betroffene bei bestehendem Sodbrennen ständig zu, so ist sogar eine Verschlimmerung der Beschwerden wahrscheinlich. In diesem Artikel wird auf die Hintergründe des Zusammenhangs zwischen ständiger Gewichtszunahme und häufigem Sodbrennen eingegangen sowie einige Tipps zur Linderung des Beschwerden gegeben.


Ständiges Sodbrennen und Gewichtszunahme: Wie hängt das zusammen?

Bei übergewichtigen Patienten kommt es durch verschiedene Mechanismen zur Entstehung oder Verschlimmerung von häufigem Sodbrennen. Als übergewichtig gelten Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 oder größer [2]. Der BMI ist ein aus Körpergröße und Körpergewicht errechneter Wert, der zur Beurteilung des Ernährungszustandes einer Person genutzt wird. Je nach Alter und Geschlecht der Person gelten Werte zwischen 21 und 25 als ein normaler Ernährungszustand. Neben dem Ausmaß des Übergewichts, das über den BMI erfasst wird, bestimmt auch das Fettverteilungsmuster das allgemeine Gesundheitsrisiko mit. Besonders Fettdepots im Bereich des Bauchs und an den inneren Organen erhöhen das Risiko an Sodbrennen zu erkranken [3]. Der Druck auf alle inneren Organe und damit auch auf den Magen steigt bei übergewichtigen Personen mit diesem Verteilungsmuster an. Der am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen gelegene Magenpförtner(ein Muskelring) muss bei Übergewicht mehr Kraft aufbringen, um den Magen zu verschließen. Dies verhindert den Aufstieg des sauren Speisebreis in die Speiseröhre. Schafft der Magenpförtner dieses nicht mehr, kommt es zu vermehrtem Aufsteigen der aggressiven Magensäure in die Speiseröhre und die sehr empfindliche Schleimhaut wird gereizt. Es kommt zu häufigem Sodbrennen.

Ein weiterer Mechanismus kann die mechanische Überdehnung des Magenpförtners sein. Dies tritt insbesondere bei Personen auf, die unter einer bestimmten Form der Essstörung leiden, dem sogenannten „Bing-Eating“: Dabei werden große Mengen Nahrung in kürzester Zeit gegessen. Die massive Dehnung des Magens führt zu einer begleitenden Überdehnung des Magenpförtners, der dann auch bei leerem Magen nicht mehr schließen kann. Es kommt zum Rückfluss von saurem Mageninhalt [4].

Wie können die Beschwerden gelindert werden?

Die Reduzierung des Übergewichts ist eine empfohlene Maßnahme zur Linderung von ständigem Sodbrennen [3]. Hilfestellung dazu finden Patienten bei ihrem Hausarzt, aber auch bei ihrer Krankenkasse oder einer Ernährungsberatung.

Um das akute Sodbrennen zu lindern, können die Betroffenen einigeRegeln zur Ernährung beachten: Es hat sich im Allgemeinen als hilfreich erwiesen, Mahlzeiten am späten Abend zu meiden sowie auf Kaffee, Alkohol, Nikotin und Fruchtsäfte zu verzichten. Locker sitzende Kleidung kann ebenfalls nützlich sein, besonders um den Bauch. Viele Betroffene klagen vor allem in der Nacht über Beschwerden. Hierbei wird eine Schlafposition mit leicht erhöhtem Oberkörper empfohlen. Für Seitenschläfer wird das Schlafen auf der rechten Seite empfohlen, da der Magen in der linken Körperhälfte positioniert ist und diese Körperhaltung den Druck auf den Magenpförtner senkt [5].

Wann bestehen ernsthafte gesundheitliche Risiken?

Bei häufigem Sodbrennen gelangt Säure oder saurer Mageninhalt in den unteren Teil der Speiseröhre und reizt die dort vorhandene Schleimhaut. Dadurch steigt das Risiko, eine dauerhafte Therapie mit Medikamenten, welche die Magensäure hemmen, zu benötigen [6]. Es kann im weiteren Verlauf der Erkrankung zu Geschwüren und Blutungen kommen. Diese Blutungen tragen das Risiko, lange unentdeckt zu bleiben und eine bestimmte Form der Blutarmut(Eisenmangelanämie) zu erzeugen. Bei länger andauernden Beschwerden kann die Reizung zu einer Schädigung der Schleimhaut führen. In der Folge besteht das Risiko einer Umwandlung der Zellen und damit eine erhöhte Gefahr für eineSpeiseröhrenkrebserkrankung [7]. Übergewicht kann eine Vielzahl an Erkrankungen nach sich ziehen. Beispielsweise steigt das Risiko einer Herzerkrankung (Koronare Herzerkrankung), einesBluthochdrucks (Hypertonie) oder einer Zuckererkrankung (Diabetes mellitus Typ 2) [7].



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