Symptome

Magenbrennen und Blähungen

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Blähungen sind kein typisches Begleitsymptom von Magenbrennen. Dennoch treten beide Verdauungsbeschwerden auch gemeinsam auf. Der Grund hierfür können falsche Ernährungsgewohnheiten, eine bestehende Schwangerschaft oder Erkrankungen wie eine Magenschleimhautentzündung sein. Das Einhalten einfacher Ernährungshinweise kann in vielen Fällen eine Linderung der Beschwerden erbringen.


Magenbrennen und Blähungen: Wie hängt das zusammen?

Magenbrennen und Blähungen treten üblicherweise getrennt voneinander auf. Es ist jedoch möglich, an beiden Symptomen gleichzeitig zu leiden. In den meisten Fällen ist dies durch einen der drei folgenden Umstände bedingt:

  1. durch Ernährungsfehler
  2. durch die körperlichen Veränderungen während einer Schwangerschaft
  3. im Rahmen einer Magenschleimhautentzündung.

Zwischen Magenbrennen und Blähungen gibt es in allen drei Fällen keinen direkten Zusammenhang, außer dass beide durch jeweils ähnliche Faktoren bedingt sind.

1. Das gemeinsame Auftreten von Magenbrennen und Blähungen kann durch Ernährungsfehler bedingt sein: Hierzu zählen der reichliche Genuss süßer oder fettiger Speisen und hoher Alkoholkonsum. Beides führt meist zu einer verstärkten Produktion von Magensäure. Zucker und Alkohol regen die Magensaftproduktion an und werden deshalb als sogenannte „Säurelocker“ bezeichnet. Viel Magensaft wird auch bei stark fetthaltigen Speisen benötigt. Diese erschweren und verlangsamen nämlich die Verdauung im Magen.

Gleichzeitig können Alkohol, Süßes und fette Speisen auch Blähungen verursachen. Körpereigene Verdauungsenzyme bewältigen nur einen bestimmten Teil an Zucker, Alkohol oder Fett. Der Rest wird unverdaut von den Darmbakterien unter starker Gasbildung zerlegt [1][2]. Blähungen durch industriell verarbeitete Süßwaren sind nicht selten dem hohen Gehalt an Zuckeraustauschstoffen geschuldet. Gegen einige dieser künstlich zugesetzten Zuckerverbindungen können auch Unverträglichkeiten entstehen [3].

2. Magenbrennen und Blähungen treten in Kombination häufig während einer Schwangerschaft auf. Hierbei sind zwei Faktoren beteiligt: Das Gelbkörperhormon (Progesteron) und der Druck, den die wachsende Gebärmutter auf die restlichen Bauchorgane ausübt.

Das Gelbkörperhormon lässt den Schließmechanismus des Magens erschlaffen. Dies erleichtert den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre und führt zum typischen Magenbrennen. Zudem führt das Gelbkörperhormon zu einer Verlangsamung der Darmtätigkeit. Der länger im Darm verweilende Nahrungsbrei wird von Darmbakterien unter verstärkter Gasbildung zersetzt, was sich durch Blähungen äußert.

Die wachsende Gebärmutter übt vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel Druck auf die umliegenden Organe aus: Durch den Druck auf den Magen kann der saure Mageninhalt leichter in die Speiseröhre entweichen und Magenbrennen auslösen. Wird der Darm durch die wachsende Gebärmutter komprimiert, wird der Darminhalt langsamer weitergegeben. Dies begünstigt das Auftreten von Blähungen: Darmbakterien haben länger auf den Nahrungsbrei Zugriff und schließen ihn unter Gasbildung auf [1][2][4][5].

3. Bei einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) sind folgende Beschwerden typisch: Magenschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Völlegefühl und eben auch Magenbrennen und Blähungen. Auslöser für eine akute Magenschleimhautentzündung sind meist Stress, Alkohol, Nikotin oder eine Lebensmittelvergiftung oder -infektion. Anhaltende Beschwerden sind in vielen Fällen einer Besiedlung der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylorigeschuldet.

Im Rahmen einer Magenschleimhautentzündung kommt es oft zu einer Störung der Verdauungsleistung. Werden Nahrungsmittelbestandteile im Magen nicht ausreichend verdaut, werden sie unter starker Gasbildung von den Bakterien der Darmflora zerlegt. Auf diese Weise entstehen Blähungen. Magenbrennen hat andere Ursachen: Es tritt vor allem bei der akuten Magenschleimhautentzündung auf, vor allem, wenn diese durch Stress, Alkohol oder Koffein ausgelöst wurde. Alle drei Faktoren fördern eine übermäßige Produktion von Magensäure. Dies kann den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre begünstigen und zu den typischen Schmerzen des Magenbrennens führen [6].

Wie können die Beschwerden gelindert werden?

Treten die Magenbrennen und Blähungen in Verbindung mit üppigen oder süßen Speisen oder alkoholischen Getränken auf, sollten diese Lebensmittel mit Bedacht genossen werden. Es ist hilfreich, die Mahlzeiten in entspannter und angenehmer Atmosphäre einzunehmen. Das Einnehmen mehrerer kleinerer Mahlzeiten über den Tag verteilt und langsames und gründliches Kauen haben sich auch bewährt. Die drei letztgenannten Ratschlägen sind auch Schwangeren zu empfehlen [7].

Bei einer Magenschleimhautentzündung sollten die Empfehlungen eines Arztes befolgt werden. Mögliche auslösende Faktoren wie Kaffee, Nikotin, Alkohol oder Stress sollten nach Möglichkeiten gemieden werden. Bei akuten Beschwerden kann der kurzzeitige Verzicht auf jedwede oder schwer verdauliche Nahrung hilfreich sein. Gut vertragen werden meist Getreideschleim, Zwieback oder ein geriebener Apfel [2][8].

Wann bestehen ernsthafte gesundheitliche Risiken?

Ein Arzt sollte informiert werden, wenn

  • Blähungen und Magenbrennen über mehrere Tage anhalten oder regelmäßig wiederkehren.
  • Weitere Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfälle oder Erbrechen hinzukommen.
  • Starke Schmerzen im Bauchraum auftreten. Bauchschmerzen sind zwar ein mögliches Begleitsymptom von Blähungen, können aber auch zum Beispiel auf eine Komplikation der Schwangerschaft hindeuten [9].


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