Hausmittel

Mandeln gegen Reflux

B5627129
© PantherMedia / Valentyn_Volkov

Reflux (Rückfluss) entsteht durch das Aufsteigen von Magensäure in die Speiseröhre, im schlimmsten Falle bis in den Rachenraum. Durch die Magensäure wird die Schleimhaut der Speiseröhre stark gereizt, wodurch ein brennender Schmerz entsteht. In vielen Ratgebern gegen Reflux werden Mandeln als Hausmittel empfohlen, da diese durch ihre Säure ausgleichende Wirkung das Sodbrennen lindern sollen. In folgendem Text wird die Anwendung von Mandeln, ihre mögliche Dosierung und eventuelle Nebenwirkungen dargestellt.


Wie und warum helfen Mandeln bei Reflux?

Um die Wirkung von Mandeln gegen Reflux zu verstehen, werden hier kurz die Ursachen für Sodbrennen erklärt:

Der häufigste Grund für einen Reflux ist die Erschlaffung des sogenannten unteren „Pförtner“-Muskels (Ösophagus-Sphinkter), der ein ringförmiger Muskel am Übergang zwischen unterer Speiseröhre und dem Eingang des Magens ist. Im gesunden Zustand verschließt dieser Muskel nach Nahrungsaufnahme und verhindert so den Rückfluss des angesäuerten Speisebreies in die Speiseröhre. Bei einer Erschlaffung des unteren „Pförtner“-Muskels (Ösophagus-Sphinkter) kann Speisebrei ungehindert aufsteigen [1]. Besonders schmerzhaft kann ein Rückfluss werden, wenn neben der Pförtnererschlaffung die Magensäure auch sehr sauer wird, d.h. der pH-Wert stark sinkt. Um den Reflux zu mindern, muss hier die Magensäure ausgeglichen werden. Die Mandeln haben die Wirkung, die Magensäure zu binden und zu neutralisieren, also den physiologischen pH-Wert von 1 – 1,5 wieder herzustellen [2]. Mandeln gehören zu den basischen Lebensmitteln. Basisch (alkalisch) ist das Gegenteil von sauer, wenn es um die Beschreibung von Wasser, wässrigen Lösungen oder Körperflüssigkeiten geht. Die Maßeinheit dafür ist der sogenannte pH-Wert. Ein pH-Wert zwischen 7 und 14 steht für eine basische Flüssigkeit. Mandeln liefern dem Körper basische Mineralien und regen die körpereigene Basenbildung an [3].

Eine weitere Ursache für den Reflux kann auch sein, dass die Magensäure nicht zu sauer, sondern zu reichlich gebildet wird. Dieser Fall tritt zum Beispiel bei einer Erschlaffung des Magenpförtners (Pylorus) ein. Der Pylorus ist ein ringförmiger Muskel, der das Magenende mit dem Zwölffingerdarm verbindet. Schließt dieser Muskel nicht richtig, treten Teile des Speisebreis zurück in den Magen, welcher daraufhin erneut in den Verdauungsmodus schaltet und noch mehr Magensäure produziert. Durch diese ständige Produktion kommt es zu einem Säureüberfluss, welcher in die Speiseröhre aufsteigt und einen erneuten Rückfluss auslöst [4]. Bei diesen Beschwerden kann die Einnahme von Mandeln sehr hilfreich sein. Durch ihre basenbildende Wirkung können sie die überschüssige Säure ausgleichen und somit das Sodbrennen vermindern.

Was muss bei der Anwendung und Dosierung beachtet werden?

Bei der Anwendung von Mandeln gegen Sodbrennen nicht viel falsch gemacht werden, da diese ein natürliches und gesundes Hausmittel gegen Rückfluss sind. Die Mandeln sollten unbehandelt, naturbelassen, ganz und ungeschält sein. Das ist wichtig, da die Mandelschale den hohen Magensäureanteil ausgleichen kann.

Drei bis fünf Mandeln sollten vor als auch nach jeder Mahlzeit eingenommen werden. Wichtig ist, dass die Mandeln lange und gut zerkaut werden, damit die basische Wirkung optimal in Kraft tritt. Personen, die besonders nachts unter starkem Rückfluss leiden, können auch vor dem Schlafen gehen noch ein paar Mandeln essen. Da sie ein sehr natürliches und nebenbei auch gesundes Hausmittel gegen Rückfluss sind, gibt es keinerlei Einschränkungen für die Behandlungsdauer [5] Mandeln heilen die Ursache der Reflux Beschwerden nicht, sondern können eher als linderndes Mittel gesehen werden. Vielmehr helfen die Mandeln, den brennenden Schmerz und den Rückfluss zeitweise zu verringern und ihn nach den Mahlzeiten im Rahmen zu halten. Außerdem unterstützen sie mit ihrer basischen Wirkung den übersäuerten Körper bei seinem Neutralisierungsprozess.

Gibt es Nebenwirkungen und Risiken?

Die Risiken und Nebenwirkungen halten sich bei der Einnahme von Mandeln gegen Reflux in Grenzen, da Mandeln ein natürliches Produkt sind. Allerdings sollten folgende Dinge beachtet werden:

Bevor zu den Mandeln gegriffen wird, sollte sicher sein, dass keine Allergie/Unverträglichkeit besteht. Besonders Menschen mit einer bekannten Allergie auf Nüsse sollten vorsichtig sein, da sie oft auch unwissentlich allergisch auf Mandeln reagieren könnten. Bei einer Einnahme von Mandeln trotz einer vorliegenden Allergie können bedrohliche Symptome wie Hautirritationen, Atemnot und Schwindel auftreten. In seltenen Fällen kann eine Mandel einen schweren allergischen Schock auslösen, der lebensbedrohlich werden kann (Anaphylaktischer Schock). Hier ist also Vorsicht geboten. Bei Unsicherheiten sollte gemeinsam mit dem Arzt eine Allergie bzw. eine Unverträglichkeit ausgeschlossen werden [6].
Menschen die unter Übergewicht leiden, sollten Mandeln in Maßen genießen: Sie enthalten bis zu 60% Fett und einhundert Gramm enthalten fast 600 Kalorien. Auf Mandeln muss jedoch nicht gänzlich verzichtet werden, da sie trotz hoher Kalorienzahl mehr gesundheitsfördernd als schädlich sind [7].

Bei den geringsten Bedenken sollte das Essen von Mandeln mit dem Arzt abgeklärt werden. Tritt innerhalb von mehreren Tagen keine Besserung der Reflux Beschwerden auf oder wird das Leiden schlimmer, ist es ebenfalls ratsam, umgehend den Arzt aufzusuchen. Gegebenenfalls sollte dann ein Versuch unternommen werden, den Rückfluss mit (verschreibungspflichtigen) Medikamenten zu behandeln.