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Zu viel Magensäure beim Baby: Ursachen

197 Ursachen 01

Der Rückfluss von Mageninhalt in Speiseröhre und Mund ist bei Babys sehr häufig und gilt nicht als Krankheitsbild. So leiden ungefähr 75 von 100 Babys unter vier Monaten an einem Rückfluss von sauren Speiseresten. Eine Behandlung ist nur dann angezeigt, wenn es zu einem Verschlucken der aufgestoßenen Speiserest in die Lunge oder einer chronischen Entzündung der Speiseröhre kommt [1]. Häufige Ursache ist eine Überproduktion an Magensäure, welcher wiederum verschiedene Gründe haben kann. Problematisch ist dabei vor allem ein zu viel an Magensäure in der Speiseröhre. Feststellen lässt sich die Säurekonzentration mit dem sogenannten Reflux-Index. Das ist die Zeit, in welcher der pH-Wert in der Speiseröhre unter 4 % im stark sauren Bereich liegt. Während im ersten Lebensjahr noch ein Wert von bis zu 10 % als normal gilt, sollte der Wert nach dem 1. Geburtstag nicht mehr 5 % übersteigen.

Zu viel Magensäure beim Baby

Ursache 1: Falsche Ernährung

Was muss ich dazu wissen?

Häufigkeit des Auftretens
Häufig
Selbstbehandlung möglich?
Ja
Das sollten Sie vermeiden
Besonders dünnflüssige Babynahrung

Zu dünnflüssige Babynahrung begünstigt das Aufstoßen und den Rückfluss von Magensäure.

Ein Andicken der Babynahrung mit Reismehl, Johannisbrotmehl, Pektin oder Maisstärke kann zu einer Verminderung der Symptome führen. Alternativ eignen sich auch dickflüssigere fertige Formelnahrungen, um zu viel Magensäure in der Speiseröhre zu vermeiden. In schwereren Fällen können auch spezielle Nahrungsmittel mit Antirefluxzusatz sinnvoll sein [2]. Sie führen zu einer zusätzlichen Andickung des Speisebreis sobald dieser in den Magen gelangt. Innerhalb der ersten 6 Monate gilt Muttermilch als die ideale Ernährung.

Zu viel Magensäure beim Baby

Ursache 2: Infektion mit Helicobacter pylori

Was muss ich dazu wissen?

Häufigkeit des Auftretens
5% der Kinder in Deutschland, bis zu 30% der Migrantenkinder [3]
Selbstbehandlung möglich?
Nein
Das sollten Sie vermeiden
Alle refluxbegünstigenden Verhaltensweisen

Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori erfolgt meist bereits im Kindesalter innerhalb der ersten drei Lebensjahre. Eine Infektion kann die Magensäureproduktion vermindern, erhöhen doch auch komplett ohne Einfluss bleiben [4]. Insbesondere die Erhöhung der Magensäureproduktion kann zu den erwähnten Problem führen. Begleitend bestehen oft Oberbauchschmerzen, oftmals lässt sich auch ein Magengeschwür nachweisen. Therapeutisch führt eine kombinierte Antibiotika-Therapie meist zum vollständigen Ausheilen der Infektion [5]. Das sollte aber von einem Arzt überwacht werden.

Zu viel Magensäure beim Baby

Ursache 3: Medikamenteneinnahme

Was muss ich dazu wissen?

Häufigkeit des Auftretens
Selten
Selbstbehandlung möglich?
Bedingt
Das sollten Sie vermeiden
Schmerzmittel bei Kindern

Da Schmerzmittel bei Kindern allgemein nur zurückhaltend und nur unter strenger ärztlicher Anordnung verabreicht werden sollten, ist eine Magenschädigung durch Schmerzmittel fast nur bei chronisch kranken Kindern zu beobachten. Hierbei handelt es sich auch nicht um einen absoluten Überschuss an Magensäure. Es ist eher ein relativer Überschuss durch einen Mangel an schleimhautschützenden Faktoren festzustellen. Insbesondere der Einsatz von Aspirin sollte bei Babys vermieden werden, da es neben einer Magenschädigung auch zu anderen gefährlichen Nebenwirkungen kommen kann [6]. Ähnlichen schädigenden Einfluss haben Eisenpräparate, Kaliumchlorid und verschiedene Antibiotika [3]. Sollten diese Medikamente nicht abgesetzt werden können, empfiehlt sich fast immer eine Kombination mit einem Säureblocker.

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