Refluxkrankheit der Speiseröhre: Behandlung

Die Refluxkrankheit der Speiseröhre ist weit verbreitet; ca. ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland ist davon betroffen. Die Beschwerden können häufig mittels Selbstbehandlung gelindert werden. Was dagegen getan werden kann, wird in diesem Artikel erläutert. Es werden Hausmittel, Mittel der Alternativmedizin, Schulmedizin und ärztliche Behandlung berücksichtigt.
Ursache 1: Insuffizienter Schließmuskel
Wie kann ich das behandeln?
- Muss überhaupt eine Behandlung stattfinden?
- Ja
- Ist eine Selbstbehandlung möglich?
- Nein
Bei einem insuffizienten Schließmuskel ist eine spontane Besserung der Refluxkrankheit nicht wahrscheinlich. Doch wie wird eine Linderung der Beschwerden erreicht ? Mit folgenden Mitteln kann unterstützend geholfen werden.
Hausmittel
Kartoffeln und Beeren enthalten viele basische Stoffe, die spannungssteigernd auf den Schließmuskel wirken. Dies funktioniert dadurch, dass basische Stoffe zu einem weniger sauren Milieu im Magen führen welches den Schließmuskel stärkt. Beeren können zusätzlich entzündungshemmend wirken, da sie gefäßschützende Eigenschaften aufweisen [1].
Alternativmedizin
Schüßler-Salze wirken basisch und können somit die Spannung des Schließmuskels erhöhen. Die Schüßler-Salze Nr. 9 (Natrium phosphoricum) und Nr. 10 (Natrium sulfuricum) sind geeignet [3]. Von den Bachblüten ist die Nummer 3 empfehlenswert. Sie wirkt nicht spezifisch auf die Spannung des Schließmuskels, sondern beruhigt den gesamten Verdauungstrakt [2]. In der Homöopathie kann Nux vomica den Spannungszustand positiv beeinflussen. Die Verdauung wird angekurbelt und dadurch die Liegedauer des Speisebreies im Magen verringert [4].
Schulmedizin
Bei einem insuffizienten Schließmuskel ist es wichtig, die Säure im Magen zu vermindern, damit der Reflux minimiert wird. Dies ist mit Protonenpumpenhemmer (PPI) möglich. Sie wirken als Säureblocker und reduzieren die Säure erheblich. Es handelt es sich um gut verträgliche und leicht einzunehmende Medikamente. Sie sollten ungefähr 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen und im Ganzen geschluckt werden; eine optimale Aufnahme des Wirkstoffes wird somit garantiert. Reicht die Standarddosis nicht aus, sollte mit dem Arzt gesprochen werden, ob eine Dosissteigerung ratsam ist [6].
Ärztliche Behandlung
Im Bereich ärztliche Behandlung sind für diese Ursache keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt.
Ursache 2: Erhöhter intraabdomineller Druck
Wie kann ich das behandeln?
- Muss überhaupt eine Behandlung stattfinden?
- Ja
- Ist eine Selbstbehandlung möglich?
- Bedingt
Ein erhöhter Druck im Bauchraum löst häufig eine Refluxkrankheit der Speiseröhre aus. Wird der Druck nicht reduziert, ist ein spontanes Abklingen der Beschwerden meist nicht möglich. Liegt ein starkes Übergewicht vor, so sollte eine Normalisierung des Körpergewichts angestrebt werden. Bei einem erhöhten Druck während einer Schwangerschaft hört das Sodbrennen meist nach der Geburt auf. Besteht durch Asthma oder eine chronische Lungenerkrankung ein erhöhter Druck, sollte mittels einer medikamentösen Therapie Linderung erzielt werden.
Hausmittel
Um eine zusätzliche Druckerhöhung durch Blähungen und eine langsame Verdauung zu vermeiden, können Hausmittel wie Kamille oder Malvenblätter helfen. Sie wirken entblähend und beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt und können somit die Refluxkrankheit lindern [1].
Alternativmedizin
Bei den alternativmedizinischen Mitteln sind dieselben Wirkstoffe wie oben hilfreich.
Schulmedizin
Protonenpumpenhemmer sind auch bei einem erhöhten intraabdominellen Druck das Mittel der Wahl bei starken Beschwerden.
Ärztliche Behandlung
Im Bereich ärztliche Behandlung sind für diese Ursache keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt.
Ursache 3: Überproduktion von Magensäure und falsche Ernährung
Wie kann ich das behandeln?
- Muss überhaupt eine Behandlung stattfinden?
- Ja
- Ist eine Selbstbehandlung möglich?
- Ja
Durch eine falsche Ernährung kann eine Überproduktion von Magensäure entstehen. Neben einer Ernährungsumstellung ist es daher wichtig, mit den folgenden Mitteln unterstützend einzuwirken, um die Refluxkrankheit zu mindern.
Hausmittel
Kartoffeln wirken reduzierend auf die Säuremenge und lindern Reizungen. Roher Kartoffelsaft kann mit warmem Wasser oder Tee verdünnt getrunken werden. Als Tagesdosis sind etwa 100 ml Kartoffelsaft geeignet oder als Alternative eine kleine rohe Kartoffel, die stückweise gekaut wird [1].
Alternativmedizin
Im Bereich der Alternativmedizin können dieselben Mittel wie bereits erklärt unterstützend angewendet werden.
Schulmedizin
Bei starken Beschwerden können gleichzeitig zur Ernährungsumstellung auch PPI eingenommen werden [5].
Ärztliche Behandlung
Im Bereich ärztliche Behandlung sind für diese Ursache keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt.
Ursache 4: Zwerchfellschwäche, Zwerchfellbruch
Wie kann ich das behandeln?
- Muss überhaupt eine Behandlung stattfinden?
- Ja
- Ist eine Selbstbehandlung möglich?
- Nein
Bei großen Zwerchfellbrüchen und starken Schwächen in den Zwerchfellschenkel ist eine Operation die einzige Behandlungsmöglichkeiten. Folgende Mittel können jedoch ergänzend eingenommen werden.
Hausmittel
Schleimhautschützende Hausmittel sind wichtig, um das empfindliche Gewebe der Speiseröhre zu regenerieren. Sanddornbeeren enthalten im Fruchtfleisch fettes Öl und viele Vitamine, die auf die Schleimhäute wirken. Neben der Entzündungshemmung und Regenerationsfähigkeit zeichnen sich die Beeren auch durch eine pflegende Wirkung auf die Schleimhaut aus. Mehrmals täglich sollten wenige Tropfen des Öls pur oder in Joghurt gemischt eingenommen werden. Schafgarbe wirkt ebenfalls schleimhautschützend, entzündungshemmend und krampflösend. Schafgarbe ist als Tee, Pulver oder Tropfen erhältlich [1].
Alternativmedizin
In der Homöopathie, bei den Schüßler-Salzen und Bachblüten eignen sich dieselben Mittel wie bereits angeführt.
Schulmedizin
Protonenpumpenhemmer wirken auch hier, um die Beschwerden durch den Zwerchfellbruch zu lindern [5].
Ärztliche Behandlung
Bei großen Brüchen ist eine Operation das einzige Mittel der Wahl, um Beschwerden zu minimieren. Dabei werden die auseinanderweichenden Zwerchfellschenkel wieder miteinander verschlossen, damit eine Barriere zwischen Speiseröhre und Magen vorhanden ist. Die Dauer dieser Operation beträgt etwa eine Stunde und wird mittels weniger kleiner Stiche am Bauch durchgeführt [6].
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Quellenangaben
Siegfrid Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute: Rezepturen und Anwendung. Band 2. Elsevier Verlag, 2013, S. 81.
Karoline Dichtl: Schüßler-Salze und Homöopathie erfolgreich kombinieren. Georg Thieme Verlag, 2011, S. 58.
„Bachblüten hilft dem Magen“, http://www.apotheke-mayr.com/G..., 23.03.2016
„Sodbrennen“, http://lexikon-der-homoeopathie.de/krankheiten/sodbrennen.htm, 07.04.2016
Heinz Lüllmann, Klaus Mohr, Lutz Hein: Pharmakologie und Toxikologie. Georg Thieme Verlag, 2010, S. 241–242.
„Reflux und Sodbrennen“, http://www.elisabethinen.at/ger/Medizin/Chirurgie/Spezielle-Behandlungsgebiete/Reflux-Sodbrennen, 18.04.2016
