Kehlkopfentzündung durch Reflux: Symptome (Diagnose)

Bei einer Laryngitis handelt es sich um eine Kehlkopfentzündung, die in der Regel mit Heiserkeit oder völligem Stimmverlust (Aphonie) einhergeht. Etwa die Hälfte aller Kehlkopfentzündungen wird aber nicht durch Viren, Bakterien oder andere Erreger verursacht, sondern durch einen sogenannten gastroösophagealen Reflux. Dabei steigt Magensäure in die Speiseröhre auf. Die aufsteigende Säure kann auch in den Atemwegen und im Kehlkopf Symptome hervorrufen. Man spricht in diesem Fall von einer Laryngitis gastrica. Wenn neben Heiserkeit und Schmerzen beim Schlucken auch Sodbrennen, das Gefühl einen Kloß im Hals zu haben (Globusgefühl) oder Magenprobleme auftreten, handelt es sich wahrscheinlich um eine refluxbedingte Laryngitis. Die Diagnose sollte aber in jedem Fall durch einen Arzt abgesichert werden [1][2].
Ursache 1: Kehlkopfentzündung durch Reflux
Wie erkenne ich, ob das auf mich zutrifft?
- Hauptsymptome
- Heiserkeit, Halsschmerzen, Sodbrennen
- Selbstdiagnose möglich?
- Eingeschränkt
- Ab wann zum Arzt?
- Wenn die Symptome länger als 10 Tage anhalten oder regelmäßig mindestens zweimal die Woche auftreten
Symptome
Liegt eine Laryngitis gastrica vor, treten zunächst die typischen Symptome einer Kehlkopfentzündung auf. Dazu gehören Heiserkeit bis hin zur totalen Stimmlosigkeit, die vor allem morgens auftritt, Schmerzen beim Schlucken, Schluckstörungen und Räusperzwang. Außerdem treten meist Beschwerden auf, die durch einen Reflux ausgelöst werden, wie Sodbrennen, Schmerzen im Oberbauch, das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben (Globusgefühl), ein saurer Geschmack im Mund oder saures Aufstoßen. Refluxsymptome gehören aber nicht zwangsläufig zum Krankheitsbild, da ein Säurerückfluss in vielen Fällen keine typischen Beschwerden verursacht. Eine Laryngitis gastrica verläuft häufig chronisch und verschwindet durch die medikamentöse oder operative Behandlung der Refluxkrankheit [2].
Diagnose
Zur Absicherung der Diagnose sollte eine Endoskopie durchgeführt werden. Dabei kann der behandelnde Arzt beurteilen, ob säurebedingte Schäden an den Schleimhäuten der oberen Atemwege und der Speiseröhre vorliegen. Zusätzlich kann mithilfe einer 24h-ph-Metrie über einen längeren Zeitraum der ph-Wert der Speiseröhre gemessen werden, der bei einer Laryngitis gastrica deutlich im sauren Bereich liegen sollte. Dazu wird eine Sonde in die Speiseröhre eingeführt, die dort über 24 Stunden verbleibt. Häufig ist eine refluxbedingte Kehlkopfentzündung für einen Laien nicht ohne weiteres von einer infektiösen Laryngitis zu unterscheiden. Daher sollte bei anhaltender Symptomatik ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden [2].
Ursache 2: Kehlkopfentzündung durch typische Atemwegserreger
Wie erkenne ich, ob das auf mich zutrifft?
- Hauptsymptome
- Heiserkeit, Halsschmerzen, Räusperzwang
- Selbstdiagnose möglich?
- Ja
- Ab wann zum Arzt?
- Wenn die Symptome länger als 10 Tage anhalten
Symptome
Die häufigste Form der Laryngitis wird viral und etwas seltener bakteriell verursacht. Typisch für dieses Krankheitsbild sind Heiserkeit mit tieferer Stimme, Stimmverlust, Räusperzwang, Schmerzen beim Sprechen und Schlucken und ein gelegentlicher oder anhaltender Hustenreiz [2][3].
Diagnose
Zunächst ist eine Laryngitis für den Laien leicht durch die oben aufgeführten typischen Symptome zu erkennen. Zur Absicherung der Diagnose kann ein HNO-Arzt zusätzlich eine stroboskopische Untersuchung durchführen. Dabei wird ein Endoskop in den Hals eingeführt. Die Stimmlippen werden mit schnell aufeinanderfolgenden Lichtblitzen angeleuchtet und der Patient wird aufgefordert, Laute von sich zu geben. Der strobskopische Effekt, der jedem als Discobeleuchtung geläufig ist, lässt die Bewegungen der Stimmlippen optisch verlangsamt erscheinen. So können Funktionsstörungen erkannt werden [2][4].
Ursache 3: Kehlkopfentzündung durch untypische Krankheitserreger
Wie erkenne ich, ob das auf mich zutrifft?
- Hauptsymptome
- Heiserkeit, Halsschmerzen, Räusperzwang
- Selbstdiagnose möglich?
- Nein
- Ab wann zum Arzt?
- Unverzüglich
Symptome
Die Symptome einer Laryngitis, die durch untypische Erreger hervorgerufen wird, ähneln zunächst denen einer normalen durch Erkältungsviren oder Sekundärinfektionen ausgelösten Kehlkopfentzündung. (s. oben) Aufgrund der Immunschwäche, welche den Körper für sonst ungefährliche Erreger anfällig macht, verschlimmert die Symptomatik sich allerdings in kurzer Zeit. Es kann beispielsweise zu hohem Fieber oder Nachtschweiß kommen. Wer aufgrund einer Grunderkrankung oder einer Krebsbehandlung an einer Immunschwäche leidet, sollte deshalb umgehend einen Arzt aufsuchen, sobald Beschwerden auftreten, um Komplikationen vorzubeugen [2][3].
Diagnose
Ähnlich wie bei einer normalen Kehlkopfentzündung kann auch hier eine Stroboskopie zur Abklärung durchgeführt werden. Ist die Diagnose gesichert, sollten umgehend entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden [2][3].
Ordnen Sie sich mit Ihrer Beschwerde genauer ein:
Wie äußern sich die Beschwerden?15 Varianten
Bei wem treten die Beschwerden auf?10 Varianten
Wo treten die Beschwerden auf?6 Varianten
In Verbindung mit was treten die Beschwerden auf?9 Varianten
Wann treten die Beschwerden auf?1 Variante
Wichtiger Hinweis
Die auf Sodbrennen-Wissen.de zur Verfügung gestellten Informationen sowie Kommentare und Diskussionsbeiträge können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer eigenständigen Auswahl und Anwendung oder Absetzung von Arzneimitteln, sonstigen Gesundheitsprodukten oder Behandlungsmethoden verwendet werden. Viele Symptome und Beschwerden können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Für eine sichere Diagnose und Behandlung muss immer ein Arzt aufgesucht werden. Die auf Sodbrennen-Wissen.de zur Verfügung gestellten Inhalte sind sorgfältig erarbeitet und werden in regelmäßigen Abständen auf ihre Richtigkeit überprüft und aktualisiert. Jedoch unterliegen die Erkenntnisse in der Medizin einem ständigen Wandel. Wir übernehmen daher keine Gewährleistung für die Vollständigkeit, Richtigkeit, Genauigkeit und Aktualität sämtlicher Inhalte auf den Webseiten.
Quellenangaben
H.-P. Zenner (Hrsg.): Praktische Therapie von HNO-Krankheiten. Schattauer, 2008, S. 368 f.
J. Wendler, W. Seidner, U. Eyesholdt: Lehrbuch der Phoniatrie und Pädaudiologie. Thieme, 2005, S. 169 f.
T. Nawka, G. Wirth: Stimmstörungen. Deutscher Ärzte-Verlag, 2007, S. 219.
„Kehlkopfuntersuchung mittels Stroboskopie“, http://hno-essen-privatpraxis-lutz.de/hno/hals/kehlkopfuntersuchung-mittels-stroboskopie/, 13.07.2016
