Zu wenig Magensäure: Hausmittel

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So wie ein Überschuss an Magensäure, kann auch ein Zustand, bei dem zu wenig des verdauungsfördernden Safts produziert wird, zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Da sich beide Situationen durch ähnliche Symptome (z. B. Sodbrennen, Völlegefühl) äußern können, sollte die Ursache bekannt sein, bevor zu magensäurestimulierenden Mitteln gegriffen wird. Besonders im hohen Alter wird häufig weniger Säure produziert. Hier können Hausmittel eine gute Alternative zur Schulmedizin bieten, um die Produktion anzukurbeln und Verdauungsbeschwerden zu lindern. Besteht der Säuremangel aufgrund von Entzündungen oder einem Bakterienbefall des Magens, sollte mit einem Arzt besprochen werden, inwieweit Hausmittel unterstützend eingesetzt werden können.


Zu wenig Magensäure
Ursache 1: Helicobacter pylori
Behandlung mit Hausmitteln: Das sollte man wissen!
Ist eine Behandlung mit Hausmitteln ausreichend?
Je nach Ausmaß der Beschwerden
Was sollte man während des Behandlungszeitraums vermeiden?
Rauchen, hastiges Essen, Trinken während der Mahlzeiten, Einnahme bestimmter Schmerzmedikamente (z. B. Ibuprofen, Acetylsalicylsäure)

Bei Helicobacter pylori handelt es sich um einen Keim, der vorwiegend die Schleimhaut des Magens befällt und dadurch eine Entzündung (Gastritis) oder ein Geschwür (Ulcus ventriculi) verursachen kann. Auf Dauer kann dies zur Zerstörung von Magenzellen und zur Abnahme der Säureproduktion führen. Ein Befall mit Helicobacter pylori, der mit Symptomen einhergeht, wird üblicherweise mit Antibiotika und Säureblockern therapiert. Hausmittel können unterstützend eingesetzt werden, um den Körper dabei zu helfen, sich gegen das Bakterium zu wappnen. 

Probiotika

Probiotika sind „gesunde“ Mikroorganismen, die den Körper dabei unterstützen können, den Befall mit „schädlichen Bakterien“, wie z. B. Helicobacter pylori, vorzubeugen oder zu bekämpfen [1]. Probiotika sind in Speisen, wie z. B. mit lebenden Milchsäurebakterien versetzten Joghurt, enthalten. Sie können jedoch auch in durchaus höheren und somit effektiveren Konzentrationen als Pulver oder Kapseln eingenommen werden. Nähere Informationen hierzu müssen der jeweiligen Packungsbeilage des Produkts entnommen werden, da sich die Dosierungsempfehlungen je nach Präparat unterscheiden können. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine schulmedizinische Therapie, die durch Probiotika unterstützt wird, bessere Erfolge und wenigere Nebenwirkungen zeigt [2]. Probiotika wirken sich ausserdem positiv auf die Verdauungsfunktion des Körpers aus. 

Kranbeere (Cranberry)

Kranbeeren (nicht zu verwechseln mit Preiselbeeren) sind den meisten Menschen als natürliches Mittel gegen Harnwegsinfekte bekannt. Es konnte jedoch wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass die Beere ebenso effektive Mechanismen gegen Helicobacter-pylori-Infektionen besitzt; so sollen bestimmte Stoffe der Beere beispielsweise verhindern, dass sich das Bakterium an der Schleimhaut des Magens festsetzen kann [3][4]. Des Weiteren wird ihr eine magensäurestimuliernde Wirkung zugesprochen [5]. Sie kann als Saft getrunken, als Trocken- oder Frischfrucht gegessen oder als Nahrungsergänzungsmittel in Form eines Trockenextrakts eingenommen werden.

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Zu wenig Magensäure
Ursache 2: Medikamente
Behandlung mit Hausmitteln: Das sollte man wissen!
Ist eine Behandlung mit Hausmitteln ausreichend?
Je nach Ausmaß der Medikamentennebenwirkungen
Was sollte man während des Behandlungszeitraums vermeiden?
Hastiges Essen, Stress

Treten bei einer Medikamenteninnahme Nebenwirkungen auf, so sollte dies immer mit einem Arzt besprochen werden. Medikamente, welche die Magensäureproduktion effektiv hemmen, sind Säureblocker. Sie werden zumeist bei Refluxbeschwerden (Sodbrennen, saures Aufstoßen, Völlegefühl) eingesetzt. Verschlechtern sich die Beschwerden unter Einnahme dieser Medikamente, muss kontrolliert werden, ob der Einsatz zurecht durchgeführt wird. Des Weiteren können zahlreiche Schmerzmittel durch eine Säurestimulation die Zellen der Schleimhaut schädigen und so auf lange Sicht die Magensäureproduktion reduzieren. In beiden Fällen sollte nicht ohne ärztliche Absprache die Magensäureproduktion angekurbelt werden. Es muss zuerst geklärt werden, ob dies erwünscht ist. Was bei Magenbeschwerden jeglicher Art zu empfehlen ist, sind der Konsum gesunder Lebensmittel und ein Essen in einer stressfreien Atmosphäre.

Behandlung der sonstigen Ursachen

Ist der Säuremangel altersbedingt, existieren zahlreiche Tipps, wie die Verdauung und Produktion der Verdauungssäfte angeregt werden kann. So können beispielsweise bittere Heilpflanzen konsumiert werden, welche die Produktion der Magensäure steigern; hierzu zählen z. B. Aloe, Enzian, Wermut und Rhabarberwurzel, die am besten als Tee getrunken werden [6]. Ebenso ist es ratsam, bittere Salatsorten wie Endivie, Chicorée und Löwenzahn zu essen [7]. Des Weiteren kann versucht werden, auf das Trinken während des Essens zu verzichten; Flüssigkeit im Magen verdünnt die dortige Säure zusätzlich, die zur Aufspaltung der eingenommene Nahrung benötigt wird [6]. Da die Verdauung bereits ,,im Kopf" beginnt, sollte in Ruhe und mit Genuss gegessen werden, da so über Nervenschaltkreise der Magen bereits angeregt wird, Säure zu produzieren [6].

Da die Magensäure von Zellen der Magenschleimhaut produziert wird, kann ein Schaden dieser zu einem Mangel an Magensäure führen. Dies ist insbesondere bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung vom Typ A (Gastritis Typ A) der Fall. Hierbei kommt es zum Verlust der säureproduzierenden Zellen. Eine Gastritis Typ A muss immer von einem Arzt therapiert werden.

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