Sodbrennen und Kopfschmerzen: Ursachen

Bei Sodbrennen und Kopfschmerzen handelt es sich um häufig auftretende, unspezifische Symptome, die in der Regel nicht auf ernsthafte Grunderkrankungen hindeuten. Statistisch gesehen leiden Menschen, die häufig über Sodbrennen und Magen-Darm-Beschwerden klagen, besonders oft an Kopfschmerzen. Es lassen sich verschiedene mögliche Gründe für diese Korrelation aufzählen. Beide Symptome können als Nebenwirkungen von Medikamenten auftreten und auch ein Reizmagensyndrom kann mit Kopfschmerzen einhergehen. In den ersten Monaten einer Schwangerschaft treten Kopfschmerzen und Sodbrennen gehäuft auf. Schließlich können auch diverse psychische Faktoren zur Entstehung der Beschwerden beitragen [1].
Ursache 1: Medikamente
Was muss ich dazu wissen?
- Häufigkeit des Auftretens
- Sehr häufig
- Selbstbehandlung möglich?
- Eingeschränkt
- Das sollten Sie vermeiden
- Diejenigen Wirkstoffe, welche die Symptome auslösen
Viele Migränepatienten und andere Schmerzpatienten behandeln sich selbst mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), also Wirkstoffen wie Ibuprofen, ASS oder Paracetamol. Diese vertreiben allerdings nicht nur die Kopfschmerzen, sondern können auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Oberbauchschmerzen oder Sodbrennen auslösen. In diesem Zusammenhang können Sodbrennen und Kopfschmerzen gemeinsam auftreten, ohne aber von derselben Ursache ausgelöst worden zu sein. Wer über einen längeren Zeitraum solche nicht-steroidalen Antirheumatika einnimmt, riskiert nicht nur die möglichen Komplikationen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit. Dazu zählen zum Beispiel Schäden oder Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut sowie auch ernsthafte Schädigungen der Magenschleimhäute [2]. Medikamente, die Patienten verschrieben werden, die häufig an einem Säurereflux leiden wie PPIs und H2-Blocker können als Nebenwirkung wiederum Spannungskopfschmerzen oder Migräne verursachen. Kopfschmerzen als Nebenwirkung von Säureblockern führen allerdings selten zu ernsthaften Komplikationen [3].
Ursache 2: Funktionelle Dyspepsie
Was muss ich dazu wissen?
- Häufigkeit des Auftretens
- 4 bis 55 % der Erwachsenen sind betroffen
- Selbstbehandlung möglich?
- Eingeschränkt
- Das sollten Sie vermeiden
- Alkohol, Nikotin, fettige und zuckerhaltige Speisen, schwere Mahlzeiten, Stress, psychische Belastungen, die Magenschleimhaut angreifende Medikamente
Zwischen 4 und 55 % der Erwachsenen leiden irgendwann in ihrem Leben an einem Reizmagensyndrom, das man auch als funktionelle Dyspepsie bezeichnet. Es handelt sich dabei um chronische oder wiederkehrende Schmerzen im Oberbauch. Diese können von anderen Symptomen wie Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Ein Reizmagensyndrom liegt dann vor, wenn keine körperliche Ursache für die Beschwerden festgestellt werden kann. Eine funktionelle Dyspepsie wird häufig durch starke psychische Belastung oder Stresssituationen ausgelöst; es können auch Kopfschmerzen, Schlafstörungen und chronische Müdigkeit auftreten. Diese Beschwerden sind ebenfalls mit Stress korreliert. Bei dieser Erkrankung kommt es nur sehr selten zu Komplikationen und Langzeitschäden [4][5].
Ursache 3: Schwangerschaft
Was muss ich dazu wissen?
- Häufigkeit des Auftretens
- Häufig
- Selbstbehandlung möglich?
- Ja
- Das sollten Sie vermeiden
- Stress, fettiges Essen, zu schwere Mahlzeiten, psychische Belastungen
Während einer Schwangerschaft können Kopfschmerzen und Sodbrennen auftreten. 3 von 5 Frauen klagen über häufige Kopfschmerzen während des ersten Trimesters. Dabei handelt es sich zumeist um Spannungskopfschmerz oder Migräne [6]. Über die Hälfte der werdenden Mütter leidet außerdem an Sodbrennen und anderen Symptomen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit. Die Häufigkeit und Stärke der Symptome nimmt dabei mit fortschreitender Schwangerschaft zu [7]. Das gemeinsame Auftreten der Beschwerden stellt in diesem Zusammenhang kein gesundheitliches Risiko dar.
Ordnen Sie sich mit Ihrer Beschwerde genauer ein:
Wann treten die Beschwerden auf?13 Varianten
Bei wem treten die Beschwerden auf?11 Varianten
Wie äußern sich die Beschwerden?7 Varianten
In Verbindung mit was treten die Beschwerden auf?20 Varianten
Wo treten die Beschwerden auf?1 Variante
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Quellenangaben
A. H. Aamodt, L. J. Stovner, K. Hagen, J. A. Zwart, „Comorbidity of headache and gastrointestinal complaints. The Head-HUNT Study“, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18197884, 01.04.2016
E. Beubler, Kompendium der medikamentösen Schmerztherapie, Springer 2003, 19f.
C. Prinz, Basiswissen Innere Medizin, Springer 2012, S. 142f.
T. Lüscher, J. Steffel (Hrsg.), Magen-Darm-Trakt, Springer 2014, S.38f, 48ff.
B. Göke, C. Belinger (Hrsg.), Gastroenterologie systematisch, UNI-MED, 2007, S 477ff.
H.-C. Diener (Hrsg.), Kopfschmerzen, Thieme 2003, S. 209f.
W. Rath, K. Friese (Hrsg.), Erkrankungen in der Schwangerschaft; Thieme 2005, S. 151ff.
