Sodbrennen und Schluckbeschwerden: Ursachen

Sodbrennen und Schluckbeschwerden sind zwei unangenehme Symptome, die sowohl vollkommen harmlos als auch Ausdruck schwerer Erkrankungen sein können. Zu den Ursachen zählen unter anderem die Refluxkrankheit, verschiedene Arten der Speiseröhrentumoren, neurologische und psychologische Ursachen.
Ursache 1: Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)
Was muss ich dazu wissen?
- Häufigkeit des Auftretens
- Sehr häufig (20 % der Bevölkerung der westlichen Industrienationen sind betroffen)
- Selbstbehandlung möglich?
- In einigen Fällen
- Das sollten Sie vermeiden
- Fettige, umfangreiche Mahlzeiten am Abend, massiven Alkoholkonsum, sehr scharfe Speisen
Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist die weitaus häufigste Ursache für Sodbrennen. Bis zu 50 % der Betroffenen leiden zusätzlich auch unter Schluckbeschwerden [1], die meistens durch eine Reizung des Speiseröhre hervorgerufen werden. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem Zurückfließen (Reflux) von Mageninhalt in die Speiseröhre. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. In aller Regel baut der Schließmuskel, welcher den Mageneingang normalerweise abschließt, nicht genügend Druck auf. Begünstigende Faktoren sind unter anderem Übergewicht, da es den Druck im Bauchraum erhöht. Auch große, schnell verschlungene Mahlzeiten können durch die Überfüllung des Magens den Reflux begünstigen [1]. Neben Alkohol und fettigen oder scharfen Speisen können auch einige Medikamente eine Rolle bei der Entstehung von Sodbrennen spielen.
Ursache 2: Ösophaguskarzinom
Was muss ich dazu wissen?
- Häufigkeit des Auftretens
- Selten (8–10/100.000 Einwohner/Jahr)
- Selbstbehandlung möglich?
- Nein
- Das sollten Sie vermeiden
- Konzentrierten Alkohol, Nikotin
Ein bösartiger Krebs der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom) ist zwar eine seltene Ursache für Sodbrennen, aber er äußert sich sehr häufig durch Schluckbeschwerden. Man kann diesen Krebs in zwei Typen unterteilen, je nachdem, welche Art von Zellen entarten. Das Plattenepithel- oder Schleimhautkarzinom entsteht oftmals durch das Wirken reizender Stoffe über lange Zeit hinweg. Dazu gehören konzentrierter Alkohol (Schnaps), Zigarettenrauch, der Verzehr von heißen Speisen und bestimmte Substanzen wie beispielsweise Nitrosamine [1]. Diese Art von Speiseröhrenkrebs bleibt oftmals lange Zeit unbemerkt und wird erst entdeckt, wenn Schluckbeschwerden auftreten. Denn ab einem gewissen Punkt wird die Speiseröhre durch den wachsenden Tumor so eingeengt, dass die Nahrung nicht mehr in einem Rutsch geschluckt werden kann. Die andere Art von Speiseröhrenkrebs ist in der Regel die Folge von langjährigem Reflux. Hierbei kommt es zu einer Anpassung der Speiseröhrenschleimhaut an die Säurebelastung. In seltenen Fällen wird durch diese Zellveränderungen aber auch ein bösartiges Wachstum der Zellen angestoßen. Das dann entstehende Adenokarzinom kann sich auch irgendwann durch Schluckstörungen bemerkbar machen. Daher sollte bei längerfristigem Sodbrennen (mehr als drei Wochen) und zusätzlichen Schluckbeschwerden dringend eine Magenspiegelung erfolgen [1].
Beide Tumorarten sind gefährlich und sollten so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Denn beide Arten von bösartigem Speiseröhrenkrebs neigen dazu, relativ früh über die Lymphwege zu streuen und stellen eine ernste Bedrohung dar [1].
Ursache 3: Psychische Ursachen
Was muss ich dazu wissen?
- Häufigkeit des Auftretens
- Selten
- Selbstbehandlung möglich?
- In eingeschränktem Umfang
- Das sollten Sie vermeiden
- Stress, belastende Situationen
Viele Menschen reagieren auf Stress und psychischen Druck mit Problemen des Magen-Darm-Traktes. Das können Verdauungsprobleme, Appetitlosigkeit, aber auch Sodbrennen sein [2]. Natürlich sollte in jedem Fall eine sorgfältige Ursachensuche erfolgen. Denn, bevor die Diagnose von psychischen Ursachen gestellt wird, müssen alle anderen Ursachen ausgeschlossen worden sein.
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Quellenangaben
Gerd Herold: Innere Medizin. Gerd Herold Verlag, 2015, S. 434–437, 2012 S. 432 f.
Heiner Greten, Franz Rinninger: Innere Medizin. Thieme Verlag, 2010, S. 694- 700.
Felix Largiadèr: Checkliste Chirurgie, Thieme Verlag 2012, S.278
