Nächtlicher Reflux: Ursachen

Bis zu 20% der Bevölkerung sind von der Refluxkrankheit betroffen. Das Kardinalsymptom dabei ist das Sodbrennen, das vor allem nachts und nach ausgiebigen Mahlzeiten, sowie nach bestimmten Substanzen auftritt. Sodbrennen kommt vor allem durch die flache Lagerung während des Schlafes zustande, aber auch kurz vor dem Schlafengehen verzehrte größere Mahlzeiten können zu nächtlichem Sodbrennen führen.
Ursache 1: Flaches Liegen
Was muss ich dazu wissen?
- Häufigkeit des Auftretens
- Sehr häufig
- Selbstbehandlung möglich?
- Ja
- Das sollten Sie vermeiden
- Flache oder Kopf-Tief-Lage während des Schlafes
Normalerweise wird der Speisebrei bei aufrechter Haltung auch ohne aktive Muskelbewegungen der Speiseröhre durch die Schwerkraft weiter in Richtung Magen und Dünndarm geleitet. Auch bei einer Schwäche des unteren Schließmuskels der Speiseröhre fließt so kaum Magensäure in diese zurück. Während der Nacht kann es allerdings leichter zu einem Reflux kommen. Grund hierfür ist die flache Lagerung des Oberkörpers, da Magen und Speiseröhre annähernd auf gleicher Höhe zu liegen kommen. Bei Gesunden verhindert der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen ein Zurückfließen des Magensaftes. Bei einer Schwäche dieses Schließmuskels kommt es folglich zu nächtlichem Sodbrennen. Vor allem bei starkem Übergewicht oder einer Schwangerschaft, ist das Risiko für nächtlichen Reflux erhöht, da hierbei durch den erhöhten Druck im Bauchraum ein Zurückfließen weiter begünstigt wird [1] [2].
Ursache 2: Essen vor dem Schlafengehen
Was muss ich dazu wissen?
- Häufigkeit des Auftretens
- Sehr häufig
- Selbstbehandlung möglich?
- Ja
- Das sollten Sie vermeiden
- Große Mahlzeiten vor dem zu Bett gehen, fettreiches Essen am Abend
Sehr häufig kommt es nach ausgiebigem Essen am Abend zu Reflux während der Nacht, wobei vor allem das Volumen der Mahlzeit eine große Rolle zu spielen scheint [1]. Je mehr Nahrungsbrei den Magen erreicht, desto höher ist auch die Menge an Reflux. Auch die qualitative Zusammensetzung spielt eine Rolle. Fettreiches, schweres Essen verursacht deutlich öfter Sodbrennen und einen Reflux als leichte, ballaststoffreiche Kost. Außerdem wird die Säureproduktion im Magen bestimmte Auslöser wie Tomaten, Schokolade, Kaffee, Alkohol, Nikotin oder Zucker verstärkt [2].
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Quellenangaben
Wolfgang F. Caspary et al.: Therapie gastroenterologischer Krankheiten, Springer Verlag 2005, S. 6f
Herbert Renz-Polster et al.: Basislehrbuch Innere Medizin, Urban & Fischer, 5. Auflage 2012, S. 487f
Gerd Herold: Innere Medizin 2015, S. 437
