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Basische Ernährung gegen Reflux: Worauf sollte man achten?

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In Deutschland leidet ungefähr ein Viertel der Bevölkerung unter Reflux. Reflux bezeichnet das Zurückfließen von saurem Magensaft in die Speiseröhre. Der Grund dafür liegt darin, dass der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen, der als Barriere wirken sollte, nicht ganz abdichtet und Magensäure somit in die Speiseröhre fließen kann. Reflux kann mit Sodbrennen, saurem Aufstoßen und einem brennenden Gefühl hinter dem Brustkorb einhergehen. Weiterhin können ein trockener Reizhusten, Schluckbeschwerden oder Magenschmerzen auf Reflux hindeuten. In der westlichen Welt ist die Ernährung von einem Säureüberschuss geprägt. In der Säureforschung ist Wissenschaftlern schon lange bekannt, dass viele Beschwerden in Verbindung mit einem gestörten Säure-Basen-Haushalt stehen, unter anderem auch Sodbrennen und Beschwerden durch Reflux [2]. In diesem Text wird erläutert, warum basische Ernährung helfen kann und welche Lebensmittel vorrangig gegessen werden sollten.


Warum kann basische Ernährung gegen Reflux helfen?

Laufen die biochemischen Prozesse des Körpers im richtigen Milieu ab, funktioniert unser Körper am besten. Für das richtige Milieu ausschlaggebend ist das Gleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt. Dies kann am besten durch eine basenreiche Ernährung erreicht werden. Damit werden viele Reserven an Basen im Körper angelegt, die es möglich machen, überschüssige Säuren zu auszugleichen [2]. Wirkt die Ernährung im Körper überwiegend säurebildend, unter anderem durch fettreiche Speisen, viel Schokolade, Koffein, Alkohol oder Nikotin, kann dies zu einer Reduktion des Ruhetonus des Schließmuskels zwischen Magen und Speisröhren führen. Die Folge ist eine erhöhte Durchlässigkeit und Refluxbeschwerden können auftreten. Übergewicht kann durch einen erhöhten Druck im Bauchraum ebenfalls zu Reflux führen. Durch eine Ernährungsumstellung mit vorwiegend basischen Lebensmittel kann nicht nur ein Säure-Basen-Gleichgewicht des Körpers erreicht, sondern auch ein Normalgewicht angestrebt werden.

Welche Lebensmittel sind basisch?

Stark basische Lebensmittel:

Gemüse: Karotten, Topinambur, Petersilienwurzel, Pastinaken, Sellerie, Fenchel, Weißkohl, Wirsing, Mangold, Blumenkohl, Grünkohl, Rotkohl, Kohlrabi, Spinat, Rote Bete, Auberginen, Zucchini, Kürbis, Tomaten, Radieschen, Rettich, Artischocke, Meerrettich

Salat: Salat mit Bitterstoffen wie Radicchio, Chicorée, Endivie, Feldsalat, Kopfsalat, Rucola, frische Sprossen, Wildkräuter

Kräuter und Gewürze: Petersilie, Dill, Schnittlauch, Lorbeer, Majoran, Estragon, Thymian, Oregano, Basilikum, Bärlauch, Brunnenkresse, frische Sprossen, Wildkräuter, Ingwer, Nelken, Muskatnuss, Kurkuma, Chili, Galgant, Vanille, Zimt

Kartoffeln und Hülsenfrüchte: Pellkartoffeln, Bircher-Kartoffeln, Salzkartoffeln, grüne Bohnen

Obst: frisches reifes Obst wie zum Beispiel Äpfel, Birnen, Brombeeren, Ananas, Aprikosen, Bananen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Pfirsiche, Stachelbeeren, Sanddorn, Trauben, Datteln, Feigen

Sojaprodukte: Sojamehl, Sojabrot, Sojabohnen

Süßes: Rosinen, Maronen, Melasse (Zuckersirup), Mandeln, Mandelmus, Haselnüsse, Sesam

Getränke: Tee, zum Beispiel Fenchel, Kümmel, Anis, Lindenblüten, Schafgarbe, Salbei, Melisse, Pfefferminze; frische Gemüse- und Obstsäfte wie Möhrensaft, Tomatensaft, Apfelsaft, Brombeersaft, Himbeersaft; Mineralwasser mit Hydrogenkarbonat, Heilwässer mit hohem Anteil an Kalzium [1]


Schwach basische oder neutrale Lebensmittel:

Gemüse: Brokkoli, Spargel, Zwiebeln, Oliven, Lauch, Paprikaschoten, Pilze, Schwarzwurzeln, Gurken

Salat: Eisbergsalat

Kartoffeln und Hülsenfrüchte: Bratkartoffeln (in Öl gebraten), weiße Bohnen, Erbsen

Obst: Heidelbeeren, Wassermelonen, Zitronen, Limonen, Orangen, Grapefruit

Milchprodukte, Sojaprodukte: Tofu, Sojamilch, Molke, Kefir, Buttermilch, Naturjoghurt, Frischkäse, Butter

Süßes: selbst hergestellte Früchte-Marmelade, Honig, Fruchteis (selbst hergestellt)

Getreide, Koch- und Backzutaten, Öle, Essig: Buchweizenmehl, Hirsemehl, Buchweizengrütze, Agar-Agar, Leinöl, Rapsöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Apfelessig, Balsamico

Getränke: grüner Tee, Kräutertee, Früchtetee (selbst gemischt), Kirschsaft, Ananassaft, Grapefruitsaft, Orangensaft, stilles Wasser, Kakao, Pils, Wein (trocken) [1]

Tipps für die basische Ernährung im Alltag

  • Gemüse, Obst und Kräuter sind wichtige Basenquellen. Sie sollten in jeder Mahlzeit vertreten sein und den Hauptteil ausmachen.
  • Wichtig zu wissen ist, dass auch saure Lebensmittel wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten können, von denen der Körper profitiert. Ernährt sich der Mensch zu 80 % mit basenbildenden und zu 20 % mit säurebildenden Nahrungsmitteln, befindet sich der Körper in einer Balance zwischen Säuren und Basen. Entsprechend dieser 80/20-Regel ist keine Übersäuerung zu befürchten, sofern 80 % durch basenbildende Lebensmittel abgedeckt werden.
  • Herkömmliche Brotsorten wirken säurebildend. In Bioläden wird aber immer häufiger Brot aus Dinkel- oder Hirsemehl angeboten, die das Basendepot des Körpers unterstützen.
  • Kartoffeln sind eine wichtige Basenquelle und können in vielen Varianten in der Küche Einzug finden.
  • Werden säurehaltige Lebensmittel verzehrt, sollte versucht werden, die Säuren mit einer geeigneten Menge an basenbildenden Lebensmittel zu kompensieren. Isst man also beispielsweise Brot, sollte zusätzlich auf Käse und Wurst, die ebenfalls säurebildend wirken, verzichtet und stattdessen zu Gemüse und anderen basenbildenden Nahrungsmittel gegriffen werden.