Hausmittel

Tee gegen Reflux: Welcher hilft am besten?

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In den westlichen Industrieländern leidet jeder Fünfte an gastroösophagealen Reflux (GERD oder Refluxkrankheit). Dabei kommt es zu einem Rückfluss (Reflux) von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Der Reflux erfolgt über einen nicht vollständig schließenden Speiseröhrenschließmuskel (Ösophagussphinkter).

Typische Symptome sind Sodbrennen, saures Aufstoßen und ein Druckgefühl hinter dem Brustbein [1]. Häufig können ein veränderter Lebensstil und eine angepasste Ernährung die Beschwerden deutlich lindern. Experten raten unter anderem zu Kamillentee, Ringelblumenblütentee oder Malventee. Wie und welcher Tee bei Reflux unterstützend helfen kann und auf welche Teesorten besser verzichten werden soll, wird im folgenden Text besprochen [2].


Wie und Warum hilft Tee bei Reflux?

Die Hauptursachen von Reflux sind die Produktion von zu viel saurem Magensaft und eine Schließmuskelschwäche am Mageneingang. Verschiedene Teesorten können bei Reflux auf zwei Arten positiv wirken. Tee kann einerseits die aggressive Magensäure verdünnen, die Speiseröhre wird dadurch weniger stark gereizt. Andererseits wird der Magensaft aus der Speiseröhre gespült.

Kamille kann den Magen durch ihre ätherischen Öle und Gerbstoffe beruhigen und die Magensäureproduktion regulieren. Sie wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Entzündungen, die durch die Magensäure hervorgerufen werden, können rascher abheilen. Ähnliche Eigenschaften besitzt Fencheltee. Beide Teesorten können zusätzlich krampflösend und gegen Blähungen wirken [3][4]. Auch Malventee wird, aufgrund der beinhaltenden Schleimstoffe, häufig bei Sodbrennen und gereizter Speiseröhre getrunken. Zudem kann die Tätigkeit des Darmes angeregt und eine gereizte Magenschleimhaut beruhigt werden [5]. Auch Ringelblumenblütentee kann aufgrund der säurehemmenden Wirkung bei Sodbrennen Linderung verschaffen. Die Ringelblume enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, die durch ihre antioxidative Eigenschaft (Radikalfänger) die Immunabwehr stärken können [6].

Bei Genuss von Pfefferminztee können sich die Beschwerden eines gastroösophagealen Refluxes hingegen verstärken. Pfefferminze kann, wie auch fettreiche Nahrungsmittel, Schokolade, Öl, Alkohol, Nikotin und Kaffee, den Spannungszustand (Muskeltonus) des Ösophagussphinkters vermindern. Diese Stoffe wirken refluxfördernd, da durch den geringeren Muskeltonus der Mageninhalt leichter in die Speiseröhre gelangt [7]. Forscher sind sich bisher nicht einig, ob der Genuss von Schwarztee den Reflux fördert oder nicht. Einige Studien konnten einen Zusammenhang zwischen vermehrten Konsum von Schwarztee und Reflux finden. In anderen Forschungen konnte der Risikofaktor Schwarztee jedoch nicht bestätigt werden [8][9]. Früchtetees beinhalten selber Fruchtsäure und können dadurch den Magensaft zusätzlich ansäuern und den Reflux verstärken [10].

Was muss bei der Anwendung und Dosierung beachtet werden?

Es wird geraten, frische Teezubereitungen zu verwenden, da billige Beuteltees häufig weniger positive Inhaltsstoffe aufweisen. Tee sollte immer trocken und lichtgeschützt, beispielsweise in einer luftdichten Metalldose, gelagert werden. Zudem wird geraten, sich an die vorgegebene Zubereitung und Ziehdauer zu halten. Der warme Tee sollte langsam getrunken werden. Auch ein Glas warmes Wasser kann in manchen Fällen Linderung verschaffen. Jegliche Süßungsmittel im Tee, wie Zucker, Fruchtzucker, Diabetikersüße und Honig wirken magensäurefördernd und sollten vermieden werden [2][10].

Gibt es Nebenwirkungen und Risiken?

Im Allgemeinen werden Kräutertees gut vertragen und sind nebenwirkungsarm. In seltenen Fällen kann es aber zu Unverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen kommen. Es treten dann Beschwerden wie Atemprobleme, Jucken, Schwellungen, Ausschläge, Übelkeit, Schwindel oder Herzklopfen auf. In diesen Fällen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden [10].

Sehr viele Menschen verspüren hin und wieder Sodbrennen, häufig nach einem üppigem Essen oder während eines stressigen Alltags. In diesen Fällen können ein wohltuender Kräutertee, Stressabbau und das Meiden von fetten und süßen Speisen hilfreich sein. Bei regelmäßigem Sodbrennen oder unklarem Reizhusten sollte jedoch ärztlicher Rat eingeholt werden. Eine länger anhaltende Refluxerkrankung kann zu einer Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) mit Geschwüren (Ulzerationen) und Vernarbungen führen. Der Barrett-Ösophagus, eine Krebsvorstufe, stellt eine weitere Komplikation dar und erhöht das Krebsrisiko [11].