Alternativmedizin

Homöopathie gegen starkes Sodbrennen

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© PantherMedia / Iosif Szasz-Fabian

Mehr als 70 % der deutschen Bevölkerung leiden von Zeit zu Zeit unter einem extrem schmerzhaften Brennen hinter dem Brustbein. Ausgelöst wird es von einem Rückfluss von Magensäure, die in die Speiseröhre aufsteigt. Dort verursacht die der Salzsäure ähnliche Magensäure eine Art Verätzung der Schleimhaut – falls das starke Sodbrennen chronisch wird. Beliebt ist die Homöopathie, die für akute Alltagsbeschwerden Arzneien bereithält. Es ist möglich, ein paar Wochen lang mit Selbstmedikation auszuprobieren, ob eines der Mittel gegen akutes Sodbrennen hilfreich sein kann. Doch wenn die Beschwerden zu stark sind oder zu lange andauern, sollte ein Arzt befragt werden, um andere Grunderkrankungen auszuschließen. Von einer Selbstbehandlung bei chronischen Beschwerden ist abzusehen.


Die Wahl des richtigen Präparates

Die Homöopathie gilt schon immer als „Königsdisziplin“ innerhalb der Naturheilkunde: Sie ist komplex, schwierig zu erlernen und sie bedarf ein lebenslanges Studium und ständiger Weiterbildung. Jede Arznei hat ihr ganz eigenes Wirkspektrum auf den Organismus.Trotzdem ist es bei leichteren Beschwerden möglich, auf bewährte Indikationen zurückzugreifen, ohne eine komplexe Krankengeschichte erstellen zu lassen. Es spricht nichts dagegen, einige erprobte Arzneien selbst auszuprobieren. In vielen Fällen bewirken homöopathische Arzneien – im Schnellverfahren gewählt – dennoch eine nachhaltige und überzeugende Besserung der Beschwerden. Denn wenn Homöopathie hilfreich ist, dann ist sie es in kurzer Zeit. Das ist gerade bei akuten Beschwerden oft der Fall.

Welche Globuli eignen sich zur Behandlung?

Capsicum anuum D 10, der spanische Pfeffer, wirkt reizend auf sämtliche Schleimhäute und verursacht Brennschmerz und Stauungen. Charakteristisch ist der brennende Schmerz, der an jedem Organ auftreten kann: Im Magen, in der Speiseröhre, der Nase, im Mundraum. Nach dem Essen geht es ihnen schlechter. Die Patienten sind konstitutionell eher schlaff in der Muskulatur, frieren schnell und meiden die frische Luft, weil sie sich schnell erkälten. Sie neigen zu Übergewicht und wirken phlegmatisch. Viele Entzündungen und Infekte der Ohren, des Halses und des inneren Mundraumes treten im Laufe des Lebens auf. Oft sind diese Patienten übersäuert.[1][2][3]

Carbo vegetabilis D10, die Holzkohle, ist eine Arznei der Schwäche und der Erschöpfung mit einer Neigung zum Kollaps. Inneres Brennen, besonders an den Schleimhäuten, ist ebenfalls charakteristisch. Carbo Patienten haben viele Probleme mit den Verdauungsorganen und leiden häufig unter Sodbrennen, saurem Aufstoßen, vielen Blähungen, Durchfällen und akuten Magenschleimhaut-Entzündungen. Der typische Carbo Patient ist träge, dick und eher faul mit mangelnder Lebensenergie. Das Kochsalz, Natrium chloratum D 10, bewährte sich in der Homöopathie bei Sodbrennen genau wie in der Schüßler-Salz-Therapie. Den brennenden Schmerz empfinden sie im oberen Bereich der Speiseröhre. Die Patienten haben ein großes Verlangen nach Salz, ihr Flüssigkeitshaushalt kommt dadurch oft durcheinander. Sie trinken sehr viel Wasser, ihre Schleimhäute sind immer trocken. Oft haben sie Heißhunger und magern trotzdem ab. Ihre Haut und die Haare sind oft sehr fettig und es gibt viele Hautunreinheiten im Gesicht. Der Hals ist oft abgemagert und dort erkälten sie sich sehr schnell. Oft frieren sie und sind müde und schwach.

Was sollte bei der Anwendung beachtet werden?

Globuli werden auf verschiedene Weise verordnet: Einfach in der Wangentasche zergehen lassen (Trockengabe). Oder in 100 ml Wasser auflösen und teelöffelweise einnehmen (gestreckte Gabe).Bei akutem Sodbrennen lösen Erwachsene 2 Globuli (D-Potenz) in 100 ml Wasser auf, rühren kurz um und nehmen alle 5 Minuten für eine Stunde jeweils einen Teelöffel ein. Kinder bekommen ab dem zweiten Lebensjahr die gleiche Dosierung. Säuglinge bis zum Ende des ersten Jahres bekommen nur ein Globulus aufgelöst und über die Flasche verabreicht.

Gibt es Nebenwirkungen und Risiken?

Nebenwirkungen sind auszuschließen. Ein Risiko besteht dann, wenn die Beschwerde zu lange andauert und der Gang zum Arzt vermieden wird. Sollten die homöopathischen Kügelchen keinerlei Wirkung zeigen in den ersten drei Tagen, so kann ein anderes Mittel drei Tage ausprobiert werden. Nach dem dritten Mittel, das ergebnislos bleibt, sollten Patienten auf eine Selbstbehandlung verzichten und einen homöopathischen Arzt besuchen.



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