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Behandlung von Gas-Reflux: Was kann man tun?

020 Reflux Und Gastritis 01

Das Aufsteigen von Gas aus dem Magen wird als Gas-Reflux bezeichnet. Häufig enthält der Rückfluss von saurem Magensaft, der Sodbrennen auslöst, auch Gas. Dabei kann es sich um normale Atemluft handeln, aber auch um Gas, das bei der Verstoffwechslung von Nahrung oder durch den Verzehr von übermäßig viel Kohlensäure entsteht. Dieser Text erläutert die Behandlung von Gas-Reflux.


Was sollte allgemein beachtet werden?

Gas-Reflux wird durch eine zu große Menge an Magensäure und eine zu geringe Spannung des unteren Speiseröhrenverschlussmuskels verursacht. Die Ursache liegt meist in einer Ernährung, die zum Großteil aus säurebildenden Lebensmittel besteht. Dabei wird der Körper aus dem Säure-Basen-Gleichgewicht gebracht. Dieses ist jedoch wichtig, um eine adäquate Regulation der Magensäureproduktion und einen hohen Spannungszustand des Schließmuskels aufrechterhalten zu können. Für eine Ernährung im Säure-Basen-Gleichgewicht müssen viermal so viele Basenspender wie Säurebildner verzehrt werden. Damit besitzt der Körper die Fähigkeit zur Neutralisation überschüssiger Säuren. Eingeschränkt verzehrt werden sollten Milchprodukte, Fleisch, Wurstwaren, Fisch, Meeresfrüchte, Süßigkeiten, Fertig- und Backwaren [1].

Die richtige Zubereitung der Lebensmittel ist wichtig. Durch Dünsten oder Dämpfen werden Speisen magenschonender [2]. Auf Alkohol und Nikotin sollte möglichst verzichtet werden. Alkohol schädigt besonders in höherprozentigen Varianten die Schleimhaut zusätzlich. Nikotin lässt Schleimhautentzündungen langsamer regenerieren. Speisen sollten mild und nicht scharf gegessen werden.

Fünf kleinere Mahlzeiten sind besser geeignet als drei große. Der Grund liegt darin, dass große Portionen zum Verdauen eine entsprechend große Menge an Säure benötigen. Übergewicht kann Reflux verstärken, da der Druck im Bauchraum zunimmt. Es empfiehlt sich, zur Linderung der Beschwerden eine Reduktion des Körpergewichtes auf Normalgewicht anzustreben [11].

Welche Hausmittel eignen sich zur Behandlung?

Der Saft der rohen Kartoffel

Kartoffeln haben einen Effekt auf die Schleimhaut. Sie wirken entzündungshemmend, wundheilend und verringern die Säure im Magen. Damit wird der Gas-Reflux reduziert. Kartoffelsaft wird aus rohen Kartoffeln zubereitet. Täglich sollten etwa 50–100 ml getrunken werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, täglich eine kleine geschälte rohe Kartoffel zu kauen. Dies kann mehrmals pro Tag geschehen. Die Kartoffel sorgt für eine basische Anreicherung des Speichels, die die Schleimhaut von Speiseröhre und Magen schützt [14].

Kamille

Die Kamille ist ein universales Schleimhautmittel, das bei allen entzündlichen oder krampfhaften Magen-Darm-Erkrankungen, Reizzuständen, Sodbrennen und auch Gas-Reflux eingesetzt werden kann. Sie besitzt unter anderem Schleimstoffe, die entzündungshemmend, krampflösend, entblähend und schleimhautschützend wirken. All dies trägt dazu bei, dass Gas-Reflux gelindert und die Komplikationen vermindert werden. Weiterhin beschleunigt Kamille die Ausheilung von bereits entstandenen Schleimhautdefekten. Kamille kann als Tee, Tinktur oder Extrakt eingenommen werden [14].

Leinsamen

Leinsamen ist eine Heilpflanze, welche die Schleimhäute schützt und Gas-Reflux vermindern kann. Werden die Samen in Wasser gelegt, bildet sich um die Samen eine gallertartige Schleimhülle aus. Bei zu viel Magensäure wirkt Leinsamen durch eine Pufferwirkung und bildet einen effektiven Schleimhautschutz. Leinsamen kann Gewebedefekte abdecken und eine schnelle Regneration bewirken [14].

Welche alternativmedizinischen Produkte eignen sich zur Behandlung?

Schüßler-Salze

Bei den Schüßler-Salzen handelt es sich im Mineralsalze, die helfen, den Körper in ein Säure-Basen-Gleichgewicht zu bringen [16]. Die Schüßler-Salze Nr. 9 (Natrium phosphoricum) und Nr. 10 (Natrium sulfuricum) sind geeignet, da sie die Magensäure vermindern und somit Gas-Reflux lindern können. Die Salze werden im warmen Wasser aufgelöst und in kleinen Schlucken getrunken. Am Abend sollte Nr. 9 eingenommen und durch die Einnahme von Nr. 10 auf nüchternen Magen am Morgen ergänzt werden. Die Therapie mit Schüßler-Salzen sollte unbedingt mindestens 3 Monate durchgeführt werden. Bei starken Beschwerden empfiehlt sich eine Einnahme über 6 Monate [5].

Basenmischungen

Basenmischungen unterstützen den Körper, ein Säure-Basen-Gleichgewicht aufzubauen. Dieses ist grundlegend, damit Gas-Reflux gelindert wird. Basenmischungen sollten niemals zum Essen eingenommen werden, sondern immer nur morgens oder abends vor dem Schlafen, da sie die Aufnahme von Eiweiß hemmen könnten. Eine basenreiche Kost gegen zu viel Magensäure kann durch Basenmischungen niemals ersetzt werden. Es empfiehlt sich, diese aber zusätzlich einzunehmen, um den Körper zu unterstützen [15].

Homöopathie

Für die Behandlung sind unter anderem Acidum hydrofluoricum, Anacardium oder Phopshorus geeignet. Von diesen Globuli sollen dreimal täglich 5 Kügelchen eingenommen werden [5].

Bachblüten

Bachblüten stellen eine ergänzende Behandlungsmethode dar. Die Bachblüten Crowea können helfen, die Schleimhaut vor dem Reflux zu schützen [13].

Welche schulmedizinischen Produkte eignen sich zur Behandlung?

Therapie mittels Antazida (Säurebinder)

Antazida sind basische Stoffe, die aggressive Bestandteile der Magensäure neutralisieren und damit Reflux vermindern und saures Aufstoßen lindern können [6]. Die Einnahme von Säurebindner ist vor allem abends empfehlenswert. Durch die horizontale Lage in der Nacht beim Schlafen ist hier die Gefahr von Reflux besonders gegeben. Es muss darauf geachtet werden, dass es bei regelmäßiger Einnahme von Antazida zu einer Überproduktion von Magensäure kommen kann [14].

Therapie mittels Protonenpumpeninhibitoren (PPI, Säureblocker)

Die effektivste medikamentöse Therapie gegen Gas-Reflux erfolgt mit Protonenpumpenihibitoren (PPI), auch Magensäureblocker genannt. PPI sind Wirkstoffe wie Pantoprazol oder Omeprazol, die eine Protonenpumpe in den Belegzellen des Magens hemmen und so die Säureproduktion unterbinden. Sie werden als Vorstufe des eigentlichen Wirkstoffs eingenommen, die erst im Dünndarm aufgenommen werden sollen, um dann direkt auf die Belegzellen, wo die Magensäureproduktion stattfindet, zu wirken. Daher ist es von besonderer Wichtigkeit, die Tablette oder Kapsel im Ganzen zu lassen, da sie ansonsten schon im Magens von der Magensäure zersetzt werden würde. Der Wirkstoff wird am besten eine Stunde vor dem Frühstück eingenommen, um den Gas-Reflux zu reduzieren. Bestehen die Beschwerden trotz PPI immer noch, kann eine Dosiserhöhung auf eine Tablette morgens und abends erfolgen [8][9].

Welche ärztlichen Behandlungen eignen sich zur Behandlung?

Akupunktur
Akupunktur kann helfen, die Übersäuerung zu beenden und eine Säure-Basen-Balance herzustellen. Dies ist wesentlich für die Behandlung des Gas-Reflux. Es muss darauf geachtet werden, genügend Sitzungen einzuplanen. Optimal sind 10 Behandlungen, zweimal pro Woche [10].

Reflux-Operation
Im Gegensatz zur medikamentösen Therapie stellt die sogenannte laparoskopische Fundoplicatio eine wirksame Ursachenbekämpfung von Gas-Reflux dar. Sie sollte aber immer als letzte Möglichkeiten gewählt werden, wenn alle anderen Therapien keinen Erfolg gebracht haben. Bei dieser Operation wird die Barriere, also der Verschlussmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, wieder hergestellt, indem der Schließmuskel verstärkt wird. Diese Operation wird als Knopflochchirurgie, also mit wenigen ganz kleinen Schnitten, in Vollnarkose durchgeführt [6].

Wann bestehen ernsthafte gesundheitliche Risiken?

Gas-Reflux ist nicht nur unangenehm, sondern kann durch die ständige Säurebelastung in der Speiseröhre auch weitreichende Konsequenzen haben. Die Reizungen können Entzündungen ausbilden, die sich in weiterer Folge zu Schleimhautdefekten entwickeln. Es können sich narbige Engstellen ausbilden. Durch eine Gewebeumwandlung kann eine Krebsvorstufe entstehen, die ein Risiko für einen Schleimhautkrebs birgt.