Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Symptome

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Bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) handelt es sich um ein Krankheitsbild, bei dem durch den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre ein Gesundheitsrisiko besteht [1]. 5 bis 25 % der Bevölkerung sind in unterschiedlichem Ausmaß davon betroffen [2]. Bestehen keine Schäden oder Läsionen an der Schleimhaut der Speiseröhre, spricht man von einer endoskopisch negativen – also einer „nicht sichtbaren“ Refluxkrankheit. In 40 % der Fälle kommt es allerdings zu einer Schleimhautentzündung, man spricht von einer sichtbaren, mittels Endoskopie nachweisbaren positiven Refluxkrankheit oder Refluxösophagitis [1]. Trotz der typischen Symptome kann das Erscheinungsbild einer Refluxösophagitis dabei anderen Krankheitsbildern ähneln, die ebenfalls mit einer Schleimhautentzündung der Speiseröhre einhergehen.



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Häufige Beschwerden

Zu den häufigsten Beschwerden einer Refluxkrankheit zählt in 75 % der Fälle Sodbrennen, das teilweise mit starken Brust- und Halsschmerzen oder Druckgefühl einhergeht [1]. Meist ist ein unzureichender Verschluss durch den Speiseröhrenschließmuskel ausschlaggebend für den Rückfluss des sauren Mageninhaltes. Auch ein erhöhter Magendruck kann die Ursache sein. Dies reizt die Schleimhäute in der Speiseröhre, was zu den typisch stechenden Schmerzen hinter dem Brustbein führt. Diese werden auch als retrosternale Schmerzen oder „heart-burn“ bezeichnet. Sodbrennen tritt besonders häufig im Liegen oder nach großen Mahlzeiten auf, wenn der Magendruck zusätzlich erhöht ist [3]. Dies ist unter anderem auch bei Schwangeren oder übergewichtigen Menschen der Fall [4].

Die säurebedingte Reizung der Magen- und Speiseröhrenschleimhaut kann sich auch in Form anderer Symptome äußern. Patienten leiden häufig zusätzlich unter Blähungen oder Luftaufstoßen, Schluckbeschwerden, dem Aufstoßen von Magenbrei oder Nahrungsresten sowie Magenschmerzen [1]. Der Rückfluss der Magensäure bis in den Mund- und Rachenraum kann auch zu Zahnschäden, unangenehmem Mundgeschmack oder aber Mundgeruch führen [3].

Viele der genannten Beschwerden beziehen sich auf die Speiseröhre. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn auch andere Krankheitsbilder können sich mit ähnlichen Symptomen äußern. Dazu zählen neben Magengeschwüren oder dem Reizmagensyndrom auch Krebserkrankungen [1]. Gerade bei länger anhaltenden oder besonders starken Beschwerden sollten diese Differentialdiagnosen ebenfalls in Betracht gezogen werden. Gerade eine chronische Reizung kann zu einer Umwandlung der Speiseröhrenschleimhaut (Barret-Ösophagus) bis hin zu einer Krebserkankung führen [1].

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Seltene Beschwerden

Die meisten Beschwerden werden lokal durch eine Schädigung der Speiseröhre hervorgerufen. Allerdings kann sich eine gastroösophageale Refluxkrankheit auch außerhalb der Speiseröhre manifestieren. Einige Patienten leiden besonders unter den Schmerzen hinter dem Brustbein, die sie mit einer Verengung der Herzkranzgefäße in Verbindung bringen [1]. Von ärztlicher Seite ist bei diesen Symptomen eine Koronare Herzkrankheit (KHK) auszuschließen. In seltenen Fällen kann es ebenfalls zu einer Beteiligung der Lunge in Form einer Entzündung der Luftröhre oder der Bronchien (Refluxbronchitis) mit starkem Husten kommen [2]. Im Falle einer Schleimhautschädigung des Mund- und Rachenraumes können auch Heiserkeit und Halsschmerzen auftreten.

Verschiedene Ausprägungen

Der Rückfluss des Mageninhaltes kann, muss aber nicht zu Schleimhautschäden in der Speiseröhre führen. Betroffene zeigen selten alle aufgeführten Symptome. Zu den häufigsten zählt Sodbrennen, das wiederum verstärkt bei übergewichtigen oder schwangeren Patienten auftritt [4]. Stress, aber auch bestimmte Medikamente undNahrungsmittel können die Beschwerden allerdings verschlimmern [2]. Je nach Ausmaß der Schäden unterscheidet die Klassifikation nach Savary und Miller unterschiedliche Stadien: Liegen keine Schleimhautschäden vor, entspricht dies dem Stadium 0. Die Stadien II–III entsprechen verschiedenen Schweregraden einer Refluxösophagitis mit Erosionen der Schleimhaut. Stadium IV ist durch mögliche Komplikationen wie Blutungen oder Epithelneubildungen gekennzeichnet [1].

Häufig gestellte Fragen


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