Symptome

Refluxkrankheit: Worin bestehen die Folgen?

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Gelegentliches Sodbrennen ist eine harmlose Reaktion auf zu süße oder zu fettige Speisen. Liegt jedoch eine Refluxkrankheit mit einem regelmäßigen Rückfluss der Säure in die Speiseröhre vor, kann es zu Schleimhautverletzungen, Engstellen der Speiseröhre und Veränderungen der Schleimhaut bis hin zu Krebsvorstufen kommen. Außerdem besteht das Risiko einer Lungenentzündung. Wie diese Komplikationen zustande kommen, erklärt der folgende Text.


Verletzung und Verengung der Speiseröhre

Bei der Refluxkrankheit ist der Muskelring, der die Speiseröhre vom Magen trennt, nicht kräftig genug (Sphinkterinsuffizienz) und lässt Magensäure zurück in die Speiseröhre treten (Reflux). Da die dortige Oberfläche nicht einen so sauren pH-Wert gewöhnt ist und weniger Schutzmechanismen wie zum Beispiel eine Schleimschicht besitzt, kommt es durch die Säure zu oberflächlichen Reizungen und tieferen Verletzungen [1]. Diese können gelegentlich bluten. Wenn diese inneren Wunden wieder verheilen, wird häufig an den betreffenden Stellen kein Schleimhaut-, sondern Narbengewebe gebildet. Wie bei einer Narbe auf der Haut zieht sich das Gewebe an dieser Stelle stärker zusammen, es kommt zu einer Verengung der Speiseröhre (Ösophagusstenose) durch die Narbenstränge. Die Folge ist ein erschwertes und schmerzhaftes Schlucken.

Veränderungen der Schleimhaut

Wenn die Speiseröhrenschleimhaut immer wieder durch die Magensäure gereizt wird, versucht der Körper Schutzmechanismen einzurichten. Dazu gehört eine Umwandlung des Speiseröhren-Schleimhautgewebes in Darmschleimhaut, da diese beispielsweise Schleim produziert und sich so vor der aggressiven Säure schützen kann. Ist dies der Fall, wird von einem Barrett-Ösophagus gesprochen; etwa 5 Prozent der Reflux-Patienten zeigen diese Veränderungen [1]. Da die Anpassung schnell geschehen muss, entstehen häufiger Fehler, was die Gefahr einer Entartung mit sich bringt. Bei etwa jedem Zehnten derer, die ein Barrett-Syndrom zeigen, entwickelt sich aus diesem Grund Tumore der Speiseröhre oder des oberen Magenanteils (Ösophagus- oder Kardiakarzinom).

Lungenentzündung

In den meisten Fällen steigt die Magensäure nur ein Stück weit die Speiseröhre nach oben. Gerade jedoch in liegender Position und bei einem großen Bauchumfang kann es vorkommen, dassMagensäure bis zum Rachen vordringt und dort, eventuell auch nur als kleine Tropfen, in die Luftröhre und somit über die Bronchien in die Lunge gelangt. Dort kann sich daraufhin einechemische, also eine durch die Säure und nicht etwa durch Viren oder Bakterien ausgelöste Lungenentzündung entwickeln (Aspirationspneumonie) [1]. Dabei wird zuerst das Lungengewebe durch die Säure geschädigt und dann durch Bakterien besiedelt. Unabhängig vom Reflux leiden viele Patienten zusätzlich an Atemaussetzern in der Nacht (Schlafapnoe-Syndrom), was die Gefahr des Verschluckens und der Lungenentzündung (Pneumonie) noch weiter erhöht [2].