Symptome

Reflux und Schmerzen: Wie kann man das behandeln?

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Unter Reflux versteht man den Rückfluss des sauren Magensafts in die Speiseröhre. Dieser ist meist mit Schmerzen verbunden. Die Schmerzen treten vor allem in der Magengrube und am Ende des Brustbeins auf. Sie können bis in den Hals oder in den Rücken ziehen. Refluxbedingte Beschwerden sind nicht nur unangenehm, sondern können auch weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung von Reflux und Schmerzen. Außerdem werden Risiken erläutert, die durch Reflux auftreten können.


Was sollte allgemein beachtet werden?

Reflux entsteht unter anderem durch einen übermäßigen Verzehr von Säure lockenden Lebensmitteln. Dadurch wird vermehrt Magensäure produziert und die Muskelspannung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre erschlafft. Magensäure kann durch die Erschlaffung des Muskels zurück in die Speiseröhre fließen. Mit der richtigen Ernährung kann Reflux vermindert werden. Diese Schonkost sollte basisch sein. Viermal so viele Basenspender wie Säurebildner sollten verzehrt werden. Dies ist wichtig, damit sich der Organismus in einem guten Säure-Basen-Gleichgewicht befindet. Doch welche Lebensmittel sind basisch? Basische Lebensmittel erkennt man nicht am Geschmack. Cola ist beispielsweise sauer, doch Zitronen sind basische Lebensmittel. Gemüse, Obst, Salat, Kartoffeln und Kräuter sind wertvolle Basenquellen. Auf Fleisch- und Wurstwaren, sowie Fische und Meeresfrüchte sollte verzichtet werden. Kohlensäurehaltige Getränke sind Reflux fördernd. Stilles Wasser und ungesüßter Tee wirken lindernd [1].

Die Zubereitung der Lebensmittel spielt eine wichtige Rolle. Dünstet oder dämpft man Speisen, so sind sie für den Magen besser verträglich [2]. Auf Alkohol und Nikotin muss verzichtet werden. Alkohol schädigt durch die Reizung die Schleimhäute zusätzlich. Nikotin lässt Schleimhautentzündungen langsamer heilen. Scharf gewürzte Speisen wirken als Säurelocker und regen die Magensäureproduktion an. Daher sollte auf milde Mahlzeiten geachtet werden.

In Ruhe zu essen ist wichtig, um nicht unnötig Luft zu schlucken. Werden große Portionen gegessen, so muss der Magen viel Säure produzieren, um den Verdauungsprozess optimal zu leisten. Daher sollte eine magenschonende Kost auf fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten täglich aufgeteilt werden. Übergewicht kann Reflux verstärken, da der Druck im Bauchraum zunimmt. Es empfiehlt sich zur Linderung der Beschwerden eine Reduktion desKörpergewichts auf ein Normalgewicht anzustreben, falls Übergewicht besteht [11].

Welche Hausmittel eignen sich zur Behandlung?

Kartoffel

Die Kartoffel ist als Heilmittel aus der Küche bekannt. Kartoffeln wirken auf die Schleimhäute von Speiseröhre und Magenentzündungshemmend, wundheilend und reduzieren die Menge des Magensafts. Außerdem schützt die Kartoffel die Schleimhaut vor Reizungen. Kartoffelsaft sollte aus rohen Kartoffeln gemacht werden und kann mit warmem Wasser verdünnt werden. Es kann aber auch täglich eine kleine geschälte und rohe Kartoffellangsam über den Tag verteilt gut gekaut werden, dadurch bildet sich viel basischer Speichel, der sich im Magen heilend auswirkt. Es empfiehlt sich, pro Tag 50 -100 ml Kartoffelsaft zu trinken [14].

Heilerde

Heilerde kann die Magensäure neutralisieren. Dies funktioniert mit Heilerde als Kapsel oder Pulver. Das Pulver kann einige Male am Tag in den Mund genommen und eingespeichelt werden. [3] [14].

Leinsamen

Leinsamen ist eine Heilpflanze, die die Schleimhäute schützt. Bei einer Überproduktion von Magensäure wirkt sie durch eine Pufferwirkung und sorgt für einen effektiven Schleimhautschutz. Sie deckt durch ihre zähen Eigenschaften Schleimhautschäden ab und sorgt für eine schnellere Erholung der entzündeten Schleimhaut [14].

Teemischungen: Eibisch, Königskerze

Ein Tee aus Eibisch und Königskerze kann helfen dieSchleimhaut zu beruhigen [13]. Eibisch ist ein Malvengewächs und besitzt Reiz mildernde Heilkräfte. Es beinhaltet Schleimstoffe und ätherische Öle, die Reiz lindernd wirken, säurepufferndagieren und Schleimhautschäden schneller heilen lassen [14].

Welche alternativmedizinischen Produkte eignen sich zur Behandlung?

Schüßler Salze

Bei den Schüßler Salzen handelt es sich um Mineralsalze. Sie basieren auf der Erkenntis, dass viele Krankheiten durch ein Ungleichgewicht des Mineralhaushaltes in den Zellen verursacht werden [16]. Die Schüßler Salze Nr. 9 (Natrium phosphoricum) und Nr. 10 (Natrium sulfuricum) können Magensäure binden und somit neutralisieren. Es werden zehn Tabletten in heißem Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken. Am Abend sollte Nr. 9 eingenommen werden und durch die Einnahme von Nr. 10 am Morgen ergänzt werden. Am Morgen sollte Nr. 10 am besten auf nüchternen Magen eingenommen werden. Die Therapie mit Schüßler-Salzen sollte unbedingt drei Monate durchgeführt werden. Bei starken Beschwerden empfiehlt es sich, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um die Beschwerden diagnostisch abzuklären [5].

Basenmischungen

Basenmischungen sollten niemals zum Essen eingenommen werden, sondern immer morgens oder abends vor dem Schlafen, da sie die Aufnahme von Eiweiß hemmen können. Es sollte beachtet werden, dass nicht jedes Präparat für jeden Menschen gleich geeignet ist und eine Abklärung vor Einnahme notwendig ist. Eine basenreiche Kost gegen zu viel Magensäure kann durch Basenmischungen niemals ersetzt werden. Es empfiehlt sich, diese aber zusätzlich einzunehmen, um den Körper zu unterstützen überschüssige Säuren abbauen zu können [15].

Welche schulmedizinischen Produkte eignen sich zur Behandlung?

Therapie mit Antazida (Säurebinder)

Antazida sind in der Lage die aggressiven Bestandteile der Magensäure abzupuffern. Es sind basische Substanzen [6]. Vor allem vor dem Schlafengehen bietet es sich an, mit Antazida dieMagensäure zu binden, da in der Nacht oft besonders starke Beschwerden auftreten. Bei längerer Einnahme muss allerdings beachtet werden, dass der Magen durch die Einnahme von Antazida vermehrt Magensäure zu produzieren beginnt [14]. Antazida dürfen nicht eingenommen werden von Kindern unter zwölf Jahren, bei Nierenproblemen, erhöhten Kalziumspiegeln in Blut oder Urin oder einem niedrigen Phosphatspiegel im Blut. Antazida können auch in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, nach dem der behandelnde Arzt seine Zustimmung gegeben hat [6].

Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI, Säureblocker)

Die effektivste Therapie von Reflux und Schmerzen erfolgt mittels sogenannten Protonenpumpenihibitoren (PPI). Sie werden auchSäureblocker genannt. Sie inaktivieren Pumpen in den Belegzellen des Magens, die für die Magensäureproduktion zuständig sind. Durch diese Inaktivierung wird die Produktion stark erniedrigt. PPI sollten am besten eine Stunde vor dem Frühstück eingenommen werden. Die Standarddosis beträgt eine Tablette pro Tag und kann bei weiterem Bestehen der Beschwerden auf eine zweimalige Dosierung pro Tag, morgens und abends ausgeweitet werden. Vorsicht ist geboten, wenn Medikamente zur Behandlung einer AIDS-Erkrankung (HIV) eingenommen werden, hier dürfen keine Säureblocker eingenommen werden. Medikamente zur Blutverdünnung wie der Wirkstoff Warfarin können mit Säureblockern Wechselwirkungen eingehen [8] [9]. Die Einnahme dieser Medikamente sollte unbedingt mit einem Arzt besprochenwerden.

Welche ärztlichen Behandlungen eignen sich zur Behandlung?

Akupunktur

Akupunktur kann helfen die Beschwerden zu lindern, da dieMagensäureregulation wieder in ein Gleichgewicht gebracht werden kann. Es sollte darauf geachtet werden, mindestens zehn Sitzungen durchführen zu lassen. Optimal wären zwei Behandlungen pro Woche [10].

Wann bestehen ernsthafte gesundheitliche Risiken?

Durch Reflux können nicht nur Schmerzen, sondern auchchronische Entzündungen der Schleimhäute entstehen. Patienten, die ihre Beschwerden nicht mit Hausmitteln und einer Umstellung der Ernährung in wenigen Wochen beseitigen können, sollten unbedingt einen Arzt aufzusuchen.